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Windfinder-Story

Der WindAlarm klingelt. 24 Knoten aus Nordwest in Weissenhaus. Geil, geht los! "Ähh, die Päsentation bis heute abend um 17 Uhr fertig? Tut mir furchtbar Leid, muss dringend los. Hab noch einen Termin beim Zahnarzt, mach ich morgen fertig." Solche oder ähnliche Ausreden sollten unbedingt zum Deinem Repertoire gehören, wenn Du den SMS-Wetterservice von Windfinder nutzt. Denn sonst nutzen Dir auch die über 900 Wetterstationen, die Wind- & Wellenvorhersagen und Surfcams nix! Also, Zeit zum Surfen und Kiten musst Du Dir schon selber rausnehmen. Den Part mit dem Wind übernimmt Windfinder. Windfinder ist mittlerweile eine der meistgenutzten Surfwebsites im Netz, täglich klicken tausende Wind- und Wellenjunkies aus aller Welt auf www.windfinder.com. Aber wer steckt eigentlich dahinter?

Alles fing ausgerechnet mit dem mittlerweile inaktivsten der 4 Windfinders, Morten, an. Dafür ist er aber auch derjenige, der Joe und Eddie dieses Unterfangen eingebrockt hat. Im Laufe seiner Freundschaft ist dies aber schon öfters passiert, so dass sich die zwei Leidtragenden schon gar nicht mehr darüber aufregen.

Nun müssen wir aber in der kitesurferischen Zeitrechung weit vor das Jahr 0 zurückschauen, als Mortens Daddy ihm 1974 in St. Tropez einen original Windsurfer zum Üben schenkt. 1983 folgt der Einstieg ins damalige "Funboardsurfen".

Morten wurde im Laufe der Zeit zu einem typischen "Tarifa-Geschädigten". Mit dem VW Bus auf dem Torre de la Pena Campingplatz lebt man von Levante Starkwind, Cornflakes, Chocolate und lokalen Amusements, die man beim Flamenco im Balneario bewundert. Die Kumpels Giftonkel, Frank Patten und Bolte Tradewinds wohnen schon seit geraumer Zeit dort und werden auch Tarifa nicht mehr verlassen.

"Die Idee zur Finanzierung des Tarifa-Trips war der fahrbare Crepe Stand. Wenn nach wilder Nacht und ordentlich Munschies die Rauchexperten aus der Mandragora Bar kommen, wollten wir diesen unsere Crepe Chocolate und Crepe Grand Manier Kreationen verkaufen. Die Super Idee konnte sich leider nicht finanziell behaupten, da unsere Kumpels und natürlich wir selber mit kräftigem Appetit die Vorräte ohne Zubereitung vernichteten. Sprich das Nutella aus dem Pott gegessen, die Chocolate geraucht und den Grand Manier pur gesoffen."

Das Windsurfen kam auch nicht zu kurz und so konnte Morten mit viel Glück und Eifer sogar 9. im Slalom der Amateur Weltmeisterschaften 1985 in Tarifa werden. Bei diesem Event sind dann "Amateure" wie Kai Schnellbacher, Dave Perks, Raudaschl, Brandstaetter und Bjoern Dunkerbeck in Kleinausgabe dabeigewesen. Beim Kursrennen hat man sich auf den hinteren Plätzen mit Britt Dunkerbeck bekämpft bzw. angebaggert.

Als sich Morten, Joe und Eddie beim Studium im surferischen Niemandsland namens Karlsruhe kennenlernten, legte Morten den zweiten und dritten Grundstein in Richtung Windfinder. Der verhaftete die beiden für seine WG und überredete sie zum Windsurfen. Es folgten Trips nach Tarifa und Hyeres. Während Ihres gemeinsamen Auslandssemesters in Portland, Oregon, wurde dann auch die Columbia River Gorge in Angriff genommen.

"Bei einem Wochenendtrip nach Jalama Beach, 40 min nördlich von Santa Barbara, warteten wir mal wieder auf Wind. Ich war völlig perplex als ich am Strand eine Frau traf, die den Wind mit einem Pager gecheckt hatte und mir sagte, dass gerade in Ventura (40 min südlich von Santa Barbara) 5 Windstärken seien. Daraufhin hat sich dann die ganze Meute nach Ventura aufgemacht, um den Tag bei 5 Windstärken und toller Welle ausklingen zu lassen."

Die Idee der lokalen Firma, aktuelle Windstärken per Pager zu liefern, sollte in Deutschland umgesetzt werden, so unser Plan.

Jetzt kommt Oliver ins Spiel. Der hatte sich 12 Jahre lang auf kleinen Jollen über die Regattakurse diserer Welt gequält. Seine Segelkarriere hatte ihn 1997 immerhin einen Trip zum supernoblen St. Francis Yacht Club direkt neben der Golden Gate Bridge beschert. Da direkt neben dem Club ein Surfspot ist, hatte er dort ein ähnliches Schlüsselerlebnis wie Morten 2 Jahre zuvor in Jalama Beach. Seine surfenden Freunde aus dem staubigem, kalifornischen Hinterland hatten sich vor einigen Jahren einen Pferdeanhänger besorgt und diesen mit Boards und Segeln vollgepackt, um damit an den Wochenenden die kalifornischen Windsurfspots zu bereisen. Der Windpager wurde dabei zum wichtigen Begleiter. Oliver erhielt auf diesem Wege die Adresse von der Windpager Firma.

Auch er bekniete die Amis, doch mit seiner Hilfe einen ähnlichen Service in Good Old Germany aufzuziehen. Diese hatten aber selber genug zu tun und wussten ohnehin nicht so genau, wo sich dieses Germany überhaupt befindet. "Okay, Oliver, we're now ready to start the business in Germany. But please tell us, what is it .. this Germany. Is it the whole area or is it in Europe?" Damit war alles klar! Glücklicherweise hatten die Amis sowohl Morten als auch Oliver gegenüber durchsickern lassen, dass es noch jemand anderen ostwärts der USA gäbe, der einen solchen Surfwetterservice aufbauen will. "Als ich Mortens Adresse endlich hatte, rief ich ihn an und vereinbarte einen Termin mit ihm und Joe in Stuttgart. Das Ticket nach Stuttgart räumte auch die letzten Pfennige von meinem Bankkonto. Wir besprachen unser Vorhaben, wurden uns schnell einig und so war Windfinder gegründet." Eddie weilte zu der Zeit noch im fernen Colorado. Da Morten und Joe aber mittlerweile Jobs und oder Family hatten und Oliver sich noch mit seinem Studium rumplagen musste, nahm sich Eddie ein paar Monate Urlaub und kaufte sich ein Ticket nach Hamburg/Germany, um erster Geschäftsführer einer Firma zu werden, die zu dem Zeitpunkt gerade mal aus einem Gesellschaftsvertrag und ein paar romantischen Träumen vom ewigen Wind bestand. "Eddie hatte zwar einige Monate Urlaub angespart, aber wie es danach weitergehen sollte, wussten wir auch nicht so genau."

Aus diesen Träumen wurden wir ziemlich jäh gerissen, als wir uns mit eher technisch irdischen Dingen wie dem Konfigurieren eines Webservers, dem Programmieren von Datenbanken oder der Installation von Windsensoren auf Fahnenmasten beschäftigen mussten. Irgendwie wurstelten wir uns aber im Laufe der Zeit durch all diese unüberwindbar scheinenden Hindernisse und bauten einen Wetterservice auf, der mittlerweile auf mehr als 900 Wetterstationen weltweit zugreift, Wind- und Wellen und Wettervorhersagen für fast jedes bekannte Surfrevier auf der Erdkugel liefert und ein Surfcamverzeichnis mit fast tausend Cams beinhaltet.

Natürlich würden wir Dich auch gerne in unsere Expansionspläne mit einbeziehen. Wenn Du eine Wetterstation, eine Webcam oder sonstige zur Erfassung von Wind geeigneten Geräte an Deinem Lieblingsrevier montieren willst, dann sind wir die richtigen Ansprechpartner für Dich. Denn wir hören erst auf, zu programmieren, schrauben und zu basteln, bis jedes brauchbare Kite- oder Windsurfrevier eine eigene Wetterstation hat.

Wenn Du eine eigene Website hast, so kannst Du das Windfinder-Wetter sogar kostenlos in Deine eigene Site einbetten.

Fotos von: Eddie, Joe, Oliver, Morten

Installation einer Wetterstation in Dahme (Ostsee) Foto1, Foto2

Robby Naish